Montag, 8. November 2010

Samstag 6.11. - Der erste Tag und gleich der Gipfel!

Heute früh bekamen Alina und ich eine Einführung in das Leben hier in Lajuma. Dabei stellte sich heraus, dass die hohe Biodiversität hier auch vor den tödlichen Tieren nicht haltmacht. Mir wurde zwischendurch richtig schlecht. Aber solange wir immer schön unseren Schlafsack ausschütteln bevor wir reinkrabbeln und im Notfall bereit sind unseren Arm zu opfern, sollten wir unseres Lebens relativ sicher sein. Ich finde das ehrlich gesagt eine ziemliche Zumutung. Immer den Schlafsack ausschütteln!
Danach machten wir uns mit Auldrich (?), einem Biologen wie er durch Wald und Flure streift, auf den Weg zum höchsten Gipfel der Soutpanmountains.
Bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung fuhren wir mit dem Geländewagen. Wobei „fuhren“ hier eigentlich das völlig falsche Wort ist und die Leistung des Wagens schändlich schmälert! Dieses tapfere Auto erklomm Steilhänge, mit denen ich selbst zu Fuß meine liebe Not gehabt hätte!
Und tatsächlich brachten mich die Steilhänge, die wir danach emporkraxelten, völlig außer Atem. Ich röchelte wie ein Pekinese mit Schnupfen. Oder so. Jedenfalls weithin hörbar und mit hochrotem Kopf. Ich bin jedoch absolut sicher, dass nur der geringere Sauerstoffgehalt in diesen schwindelerregenden Höhen die Schuld trägt. Auldrich, der die Hänge hinaufsprintete wie ein junger Klippenspringer, war aber sehr rücksichtsvoll und fand immer rechtzeitig (bevor Alina und ich zusammenbrechen konnten) irgendetwas Interessantes, das er uns unbedingt zeigen und soviel darüber erzählen wollte, dass wir genug Zeit hatten wieder zu Atem zu kommen.
So arbeiteten wir uns langsam den Berg hinan und wurden dabei nicht nur kaputter, sondern auch schlauer: Da ruft dieser Vogel, so sieht Leopardenkot aus (wird natürlich eingetütet und mitgenommen!), das sind Klippspringer und hier eine endemische Sukkulentenart... Ein steter Quell des Wissens, dieser Mann!
Auf dem Gipfel selbst war es dann windig und schön, es sah etwa so aus:

Der Weg nach unten war komplizierter (eineinhalbmal auf den Hosenboden gesetzt), aber nicht so anstrengend.

Da unsere Handys sich am offiziellen Handyempfangsplatz standhaft weigerten zu empfangen, machten Alina und ich uns auf den Weg zum inoffiziellen Rebellenhandyempfangsplatz. Leider wurde uns der Zugang von einigen rabiaten Pavianen versperrt. Daher kletterten wir improvisatorisch auf einen nahen Hügel, wo die Paviane uns zwar auch aus dem Gebüsch warnend zugrunzten, sich aber sonst zurückhielten. Hier gelang es uns durch genaustens konzipierte Schrittfolgen und komplizierte Verrenkungen einige Balken Handyempfang zu ergattern. Glücklich konnten wir unseren Lieben zu Hause mitteilen, dass wir unseren tollen ersten Tag unbeschadet überlebt haben.

4 Kommentare:

lilalia hat gesagt…

Your guide is not only very knowledgeable, but very wise. What an encyclopedia of information and stories he must be.

Congrats to you and Alina for making it up to the top of the mountain.

Anonym hat gesagt…

Korrigiere, du bist in der Wüste der Forschung angekommen, nicht im Wald! Da hattest du ja einen tollen Einstand mit der ersten Partie übers Land. Und natürlich kann so ein Gelehrter auch nicht einfach Tom, Dick oder Harry heißen! Kapitel 2 deines Romans ist dann ja auch schon fast fertig. Bitte schüttel immer den Schlafsack und opfere um der Dramatik willen weder Arme noch Beine! Leopardenkot!!! Hilfe!!! Gott sei Dank hattest du schon jahrelang Pfadfindertraining, das beruhigt mich.
Viele nicht so anstrengende Trips und guten Handyempfang wünscht dir Gerti

Else hat gesagt…

Also dieser Auldrich hört sich ja nach einem wirklich feinen Kerl und genau passend für euren Einstieg in die Erforschung der Wildnis an!
Leopardenkot und verlorene Arme gehen ja noch, aber fiese Paviane?! Pfui, ich kann diese Affen nicht ausstehen, vorallem nicht, wenn sie dich vom daheim melden abhalten ;)

Helmut hat gesagt…

Hallo Anna,

ich habe nachgeschaut: die höchste Erhebung des Soutpansbergs heißt Letjuma und ist 1748 Meter hoch. Dass die Luft da schon richtig dünn wird, glaube ich nicht so recht :-)

Gruß von Helmut