Man denkt ja immer „Boah, wie blöd sind denn die Leute, die
in Lawinen geraten, weil sie Warnschilder missachten!“ Obwohl ich
augenscheinlich nicht in eine Lawine geraten bin (ich glaube ich war noch nie so
froh einen Blogeintrag schreiben zu können), kann ich jetzt etwas Licht ins
Dunkel bringen, wie die Leute in diese Situation geraten sein könnten.
- Sie fahren einige Stunden zum Urlaubsgebiet.
- Sie zahlen eine nicht unbeträchtliche Summe Eintritt für den Nationalpark.
- Sie erfahren, dass eigentlich alle Wege, die sie gerne gewandert wären noch zugefroren und verschneit sind, aber dass Sulphur Mountain eine Möglichkeit wäre und man vom Gipfel eine schöne Aussicht hätte.
- Sie fahren eine nicht unbeträchtliche Zeit zum Berg.
- Sie sehen die Lawinengefahrwarnung, aber gewisse Mitglieder der Gruppe überzeugen den Rest, dass es doch gar nicht sooo gefährlich ist und dass man sonst ja eh nichts zu tun hätte. Der Rest gibt seine Todesangst zu, will aber kein Spielverderber sein.
- Sie einigen sich, dass man ja bis zur Baumgrenze gehen kann und dann mal kucken, wie gefährlich es aussieht.
- Die Baumgrenze kommt nie, aber die Wege sind so verschneit und vereist, dass ein Umkehren und den Berg wieder runterlaufen unattraktiver und gefährlicher erscheint, als bis zum Gipfel zu gehen und mit der Gondel nach unten zu fahren.
So kam es also, dass ich mich unter Todesangst rutschige
Schneepfade hochquälte, nur um dann am Gipfel fast zu erfrieren. Die Aussicht
konnte mich dann auch nicht wirklich entschädigen. (Der weiße Schleier im
Vordergrund ist Schneegestöber)
Kurz nachdem ich diese Bilderserie aufgenommen habe, sind
meine Hände innerhalb von Sekunden zu Eis erstarrt. Bis ich die Kamera verstaut
und meine Skihandschuhe rausgekramt hatte, hatte ich eine Heidenangst, dass sie
abfallen und am Boden zerspringen würden.
Das Bad in den heißen Quellen als wir wieder unten
angekommen waren, war dann nur eine ungenügende (wenn auch sehr angenehme)
Entschädigung nach dieser Tortur.
Was lernen wir daraus? Riskiere dein Leben nur wenn es sich auch lohnt.


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2 Kommentare:
Mann Anna, ein Spannungsbogen in der Geschichte ist ja schön und gut, aber ich dachte die ganze Zeit gleich steht da "...und dann ging die Lawine los!". Jag mir doch nicht solche Angst ein! Und pass gefälligst besser auch dich auf! =0) Deine Rückkehr ist schließlich schon fest eingeplant! =0)
Ich hoffe, dass dein "Urlaub" bald vorbei ist, denn mehr an Spannung ist nicht zu verkraften! Eigentlich ist es ja ganz gut, dass ich erst immer im Nachhinein von den möglichen Gefahren erfahre!! Wie Alina schon sagte: deine Rückkehr ist fest eingeplant!! Ich freue mich doch schon so auf dich!!
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